Gemeinsam für Klima und Umweltschutz!

Durch das KLIMIG-Projekt soll unter der türkischstämmigen und russischsprachigen Bevölkerung die Sensibilität für Umwelt- und Klimaschutzbewusstsein verstärkt und eine Verhaltensänderung in den Pilotbundesländern Hamburg, Niedersachsen und NRW angeregt werden. Die Tagung im Neuen Rathaus Hannover am 22.10.212 wurde mit der Eröffnungsrede von der Bürgermeisterin Regine Kramarek und dem Türkischen Generalkonsul Tunca Özçuhadar eröffnet. „Für das Thema Umweltschutz und Klimawandel als grenzüberschreitende Probleme müssen soll alle Menschen zusammenarbeiten„ sagte Tunca Özçuhadar. An der Tagung haben Dmitrij Vaisband, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutsch-Russischer Unternehmer e.V., Dr. Andreas Goldberg, Geschäftsführer der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung und Dr. Silke Kleinhückelkotten, stellvertretende Geschäftsführerin teilgenommen.

Klimaschutz spart Geld!
Mareike Welke vom Bundesumweltministerium hat die Klimaschutzinitiative mit ihren Zielen, Instrumenten und potenziellen Energieeinsparmöglichkeiten vorgestellt. „Beim Energieverbrauch können bereits durch kleine Maßnahmen wie z.B. in der Wärmedämmung in Haushalten signifikante Einsparungen möglich sein“ betonte Silke Kleinhückelkotten. Sie unterstrich, dass die meisten klimaschonenden Konsumgewohnheiten einfach und schnell angewendet werden können und sehr selten zu zusätzlichen Kosten führen kann.

Migranten fliegen häufiger, Deutsche fliegen länger
Das Ergebnis der EMIGMA-Studie der FH Dortmund über das Umweltbewusstsein von türkisch- und russischsprachigen Migranten wurde durch den Projektleiter Prof. Dr. Marcel Hunecke vorgestellt. Ein Ergebnis war die Flugzeugnutzung als Transportmittel. Migranten fliegen häufiger, Deutsche legen längere Flugstrecken zurück. Demnach nutzen 64% der türkischen Migranten das Flugzeug als Transportmittel, die russischen Migranten hingegen zu 54%. In der deutschen Bevölkerung beträgt die Flugzeugnutzung nur bei 29%. Allerdings liegt die durchschnittliche Flugstrecke der Türken bei 5.400 km, bei der russischsprachigen Bevölkerung bei 6.100 km und bei den Deutschen bis zu 7.500 km. Die Jahresübersicht zeigt, dass bei beiden Migrantengruppen die Anzahl der Flüge pro Jahr 2,6 beträgt und unter den Deutschen 3,3. Im Vergleich zum Fliegen wird in der Nutzung von Kraftfahrzeugen ein anderes Ergebnis deutlich. Hiernach besitzen 70% der Deutschen ein Auto, wobei 46% der russischstämmigen und 41% der türkischstämmigen Bevölkerung ein eigenes Fahrzeug besitzt. Trotzdem übertrifft die jährliche zurückgelegte Strecke der Türken mit 18.900 km die der deutschen Bevölkerung mit 16.900 km sowie die russischen Mitbürger mit 13.400 km. Ein interessantes Ergebnis zeigt sich auch in der Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln bei den drei Bevölkerungsgruppen. Hier nutzen 82% der russischsprachigen Migranten ÖPNV, 78% der deutschen Bevölkerung und 52% der türkischstämmigen Migranten

Medien sollen noch aktiver genutzt werden
Nach den Präsentationen wurde die Diskussionsrunde „Klimaschutz im Alltag“ durchgeführt. Caner Aver, Projektleiter der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung, hat die Diskussion moderiert. An der Diskussionsrunde haben Hasan Aka, TV Moderator bei TGRT EU, Dr. Turgut Altuğ, Leiter des Deutsch-Türkische Umweltzentrums und Abgeordneter im Berliner Senat, Nadiya Dorokhova, Verein Migranten für Agenda 21, Hannover, Dr. Christine Katz von der Universität Leuphana, Gülcan Nitsch, Geschäftsführerin von Yeşil Ҫember (Grünen Kreis) und Marianne Neumann Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V., teilgenommen. In der Sitzung wurde u.a. über Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven diskutiert, um sich in verschiedenen Gruppen aktiv in den Prozess zu beteiligen. In diesem Zusammenhang wurden die Potenziale der muttersprachlichen Medien thematisiert. Nach der Podiumsdiskussion haben der Projektleiter Caner Aver und Dr. Silke Kleinhückelkotten das neue Projekt KLIMIG im Detail vorgestellt.

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