Versorgungslage türkischer Migranten mit Diabetes

Das Projekt untersuchte, ob Defizite in der Versorgung türkischer Diabetespatienten in der stationären Reha bestehen, welche Bedürfnisse dieser Personenkreis hinsichtlichder Diabetes-Rehabilitation hat und über welche individuellen und gesundheitsfördernden Ressourcen diese Patienten bezüglich eines erfolgreichen Rehabilitationsprozesses verfügen.
In Zusammenarbeit mit der Klinik Niederrhein wurden 30 türkische Diabetiker und eine entsprechende Kontrollgruppe deutscher Diabetiker (30 Patienten) an der Klinik Niederrhein befragt. Die Erkenntnisse der Studie sollten zur Gewinnung bzw. Förderung von Behandlungsansätzen herangezogen werden, die auf die sozio-kulturelle Bedarfslage von Migranten mit Diabetes eingehen, die sich von der der deutschen Patienten unterscheidet.

Aus den Ergebnissen der Untersuchung lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: Zur Rehabilitation von türkischstämmigen Diabetikern sind bikulturell kompetente und bilinguale Mitarbeitende für Schulung und Beratung erforderlich. Inhalte und Formen der Instruktionen müssen an den Bildungshintergrund der Patienten angepasst werden.
Die hohe psychische Belastung der Patienten durch den Diabetes muss im täglichen Umgang mit ihnen sowie in diagnostischen und therapeutischen Strategien berücksichtigt werden. Eine Einbeziehung der Familie und des weiteren sozialen Umfelds ist dem Rehabilitationsprozess förderlich.
Erste Projektergebnisse wurden im Rahmen einer Posterpräsentation auf der Jahrestagung des Forschungsverbundes Reha-Wissenschaften in Bielefeld am 27.09.2008 vorgestellt. Der Projektendbericht liegt vor, weitere Publikationen sind geplant.

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