Sozialintegration bei segregierten Jugendlichen

Die Stiftung ZfTI hat insbesondere auf Grundlage der vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI NRW) finanzierten jährlichen Mehrthemenbefragung unter türkeistämmigen Migranten ausführlich zum Zusammenhang unterschiedlicher Aspekte der Sozialintegration in makrosoziologischer Perspektive gearbeitet. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf den Zusammenhang individueller Integrationsleistungen und systemischer Integrationsvoraussetzungen gelegt.

Mit Blick auf die türkische Gruppe verbleiben Unsicherheiten, ob sich individuelle Akkulturation (oder „kognitive Integration“), Interaktions- und Identifikationsleistungen tatsächlich in jedem Fall in eine adäquate gesellschaftliche Platzierung – und damit in gelungene Sozialintegration – überführen lassen. Aufgrund von systemischen Zugangsbarrieren ist gelungene Akkulturation nicht gleichbedeutend mit sozialen Chancen. Fehlgeschlagene Integration ist damit nicht nur eine Folge mangelnder individueller Anstrengungen der Einwanderer. Diese Anstrengungen sind vielmehr Integrationsvoraussetzung, aber nicht in jedem Fall hinreichend.

Die Ergebnisse der Studie können für die Integrationspolitik von großer Tragweite sein, da für die Programmierung effektiver Integrationsprogramme austariert werden muss, inwieweit Maßnahmen die individuelle oder die systemische Ebene adressieren müssen.
Die Studie beruht auf der Anwendung qualitativer Methoden, die die Integrationsorientierung Jugendlicher mit unterschiedlichen Migrationshintergründen herausarbeiten soll. Im Rahmen der Studie sollen Gruppendiskussionen durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Gruppendiskussionen werden zusätzlich im Rahmen eines Expertengesprächs analysiert. Bereichert werden die Resultate durch eine statistische Auswertung der Lebenssituation der Migranten in NRW. Das Projekt wird vom MGFFI NRW gefördert.

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