Bestandsaufnahme der muslimischen MSO

Für die gesellschaftliche Integration von Migranten sind ihre Selbstorganisationen (MSO) von herausragender Bedeutung als Adressaten von Maßnahmen. Kaum ein Integrationsprojekt von Bund, Ländern, Gemeinden, Wohlfahrtsverbänden oder auch Privatwirtschaft, das auf das „Empowerment“ von Zuwanderern setzt, kommt heute ohne die Einbeziehung der MSO aus. Zugleich kommt gerade der Eingliederung des Islams in Deutschland in den letzten Jahren besondere Bedeutung zu.

Hiervon zeugt nicht nur die Islamkonferenz der Bundesregierung, sondern auch die zahlreichen zivilgesellschaftlichen christlich-islamischen Dialoganstrengungen der letzten Jahre. Die Aufgabe der Integration des Islams ist nicht unberechtigter Weise zum zentralen Kristallisationspunkt von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Integrationsbemühungen in Deutschland geworden, vereinen die Einwanderer aus muslimisch geprägten Herkunftsländern doch Merkmale sozialer und kultureller Differenz – eine doppelte Integrationsaufgabe also,

Es gilt, den Islam vom Rand in die Mitte der deutschen Gesellschaft zu führen, und dies bei Schaffung enger zivilgesellschaftlicher Verbindungen zwischen Mehrheit und Minderheit, die Voraussetzung für ein konsensuale Verwirklichung dieses Zieles sind. Vor diesem Hintergrund ist das komplette Fehlen einer Bestandsaufnahme und eines Verzeichnisses der muslimischen MSO in Deutschland ein fundamentales Forschungsdesiderat, das die Wirksamkeit gesellschaftlicher Integrationsmaßnahmen deutlich begrenzt. Bestenfalls recherchiert jedes Projekt nach Bedarf die für die Zielsetzung relevanten Akteure immer von Neuem. Das Zentrum für Türkeistudien hat daher auf Grundlage einer differenzierten, mehrstufigen Recherche ein Verzeichnis der muslimischen Migrantenselbstorganisationen in Deutschland erstellt.

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