Analyse der Angebote der Moscheegemeinden in Deutschland

Für die gesellschaftliche Integration von Migranten sind ihre Selbstorganisationen von herausragender Bedeutung. Sie schaffen Sozialkapital, bündeln und artikulieren Interessen und fungieren als Ansprechpartner und Adressaten von Maßnahmen für aufnahmegesellschaftliche Akteure. Zugleich kommt gerade der Eingliederung des Islams in Deutschland in den letzten Jahren besondere Bedeutung zu indem versucht wird, die bestehende Organisationslandschaft zu einem effektiven Kooperationspartner in verschiedenen integrationsrelevanten Bereichen weiter zu entwickeln. Hiervon zeugt insbesondere die Islamkonferenz der Bundesregierung. Es gilt, den Islam vom Rand in die Mitte der deutschen Gesellschaft zu führen. Dabei sind die Moscheegemeinden Kristallisationspunkte muslimischen Lebens in Deutschland und gemeinsam mit ihren Verbänden auch potentiell zentrale Akteure der Sozialintegration. Zugleich gibt es aber keine umfassenden und systematischen Kenntnisse über die Voraussetzungen der Gemeinden für die Unterstützung der Integration ihrer Klientel und über Indikatoren zur Messung dieser Potentiale.

Das Zentrum für Türkeistudien hatte im Jahr 2009 mit Förderung des EIF eine aktuelle Komplettliste der in Deutschland ansässigen muslimischen Organisationen erstellt und damit eine wichtige Voraussetzung für eine tiefer gehende Analyse der Arbeit der Moscheegemeinden geschaffen. Auf dieser Grundlage sollen im Rahmen dieser Analyse durch Direktkontakte mit möglichst allen verzeichneten Moscheegemeinden weitere Informationen erhoben werden, darunter u. a. Mitgliederzahlen und integrationsrelevante Aktivitäten. Die so erhobenen Informationen sollen die Grundlage dafür bilden, Strategien für integrationspolitische Aufgabenstellungen (darunter Fragen der Aus- und Fortbildung von Religionsgelehrten, Professionalisierung der Vereins- und Verbandsarbeit, Vernetzung mit aufnahmegesellschaftlichen Akteuren) abzuleiten. Das Projekt entwickelt und implementiert damit ein standardisiertes und indikatorengestütztes Bewertungssystem für die Einbeziehung von Moscheegemeinden in Integrationspolitik.
Die im Rahmen des Projektes erhobenen Strukturdaten schaffen darüber hinaus die Möglichkeit, ein Monitoring der Integrationsentwicklungen im Bereich der Moscheegemeinden zu etablieren.

Das Projekt wird gefördert durch EIF und BAMF.

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